Dr. med. dent. Wolfgang Abel

Zahnarzt

Oralchirurg

Aldenhovenstraße 10

41541 Dormagen Zons

Tel.: 02133 - 47494    Fax: 02133 - 43593   E-Mail: info@dr-abel-dormagen.de

 

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Mikroskopgestützte Endodontie (Wurzelbehandlungen)

Wurzelfüllungen sind erforderlich, wenn der Zahnnerv (Pulpa) abgestorben oder durch Karies weit eröffnet ist. Dann ist dies die einzige Möglichkeit, den Zahn dauerhaft zu erhalten.

Bisher war es nicht möglich, Ramifikationen (Nebenverästelungen des Hauptwurzelkanals) zu reinigen. Ferner passierte es immer wieder, dass gerade bei oberen Backenzähnen ein vierter Kanal unentdeckt blieb, da er so klein ist, dass er sich dem „unbewaffneten“ Auge nicht darstellen kann. In diesen unentdeckten Kanälen und Ramifikationen verbleiben abgestorbene Eiweiße, Eiweißzerfallsprodukte und Bakterien. Von diesen können Störungen ausgehen, die sich auf den ganzen Körper als Herd (odontogene Fokaltoxikose) auswirken können.

Hier ist durch die Einführung von Operationsmikroskopen (OPMI) die direkte Sicht möglich: nur das, was man sieht, kann auch behandelt werden. Hier einige Bilder, wie man einen Zahn mit Lupe oder Operationsmikroskop sehen kann. In diesem Fall zeigt sich erst unter dem Mikroskop ein zusätzlicher 4. Wurzelkanal.

        

 Ohne Frage gehört zu solch einer hochwertigen Wurzelfüllung ein erheblicher apparativer und zeitlicher Aufwand, der sich unweigerlich auch im Preis niederschlägt. Konventionell werden Wurzelkanalbehandlungen quasi im „Blindflug“ durchgeführt. Der Zahnarzt sieht im Grunde gar nicht, was er tut. Die Wurzelkanäle sind oft so klein, dass er nicht in der Lage ist, herauszufinden, ob alle Kanäle dargestellt oder die aufbereiteten Kanäle nach wiederholter Reinigung mit speziellen Wurzelkanalinstrumenten auch wirklich sauber sind.

Bei einer hochwertiger Wurzelkanalbehandlung wird zunächst einmal nach Isolierung des Zahnes mit einer speziellen Technik (Kofferdam Isolierung) die Zahnhöhle mit den darunter liegenden Wurzelkanälen unter einem Operationsmikroskop sorgfältig dargestellt. Mit Hilfe des Mikroskops ist es möglich, in alle Winkel des Pulpenkavums zu blicken und auch scheinbar verborgene Wurzelkanäle können erkannt werden. Diese Kanäle werden nun unter Sicht durch das OP-Mikroskop dargestellt. Dazu werden, neben der Anfertigung von Röntgenbildern, die Wurzelkanäle elektrometrisch in ihrer Länge bestimmt.

Anschließend werden unter Ultraschallanwendung die Kanäle mit EDTA, Chlorhexidin und Natriumhypochlorid nochmals gereinigt. Hierbei werden auch die Nebenverästelungen der Wurzelkanäle erreicht und die Eiweißzerfallsprodukte werden auch aus diesen Bereichen herausgelöst.

Wenn diese Aufbereitung abgeschlossen ist, besteht die Möglichkeit, mit dem OP-Mikroskop vor allem bei geraden Kanälen bis zur Wurzelspitze zu blicken und exakt zu kontrollieren, ob die Kanäle wirklich sauber sind; denn das primär Entscheidende ist nicht, was der Zahnarzt in den Kanal anschließend hineinfüllt, sondern was er zuvor heraus geholt hat.

Abschließend werden dann die Wurzelkanäle dreidimensional gefüllt, was bedeutet, dass das Wurzelfüllmaterial fest verstopft wird. Ein zusätzlich verwendeter Sealer, der nach dem Aushärten leicht expandiert und sich somit in die Ramifikationen hineinpresst, wird vorab in die Kanäle gegeben. Dadurch wird sichergestellt, dass sämtliche Hohlräume ausgefüllt sind und sich somit keine schädlichen Gärungsprozesse entwickeln können. Verschlossen wird der Zahn anschließend mit dentinadhäsiven Materialien.

Diese Art der Wurzelkanalbehandlung ist, wie oben beschrieben, recht aufwendig, hat aber den Vorteil, dass eine Wurzelkanalbehandlung häufig in einer einzigen Sitzung abschließend durchgeführt werden kann. Die so genannten medikamentösen Einlagen sind in den allermeisten Fällen überflüssig und verlängern unnötig die Behandlungsdauer.

Auch ist es in vielen Fällen möglich, alte Wurzelfüllungen aus den Kanälen zu entfernen und durch neue Wurzelfüllungen zu ersetzen, so dass ehemals beherdete Zähne zur Abheilung gebracht werden können.

Die Erfolgsraten liegen bei Erstbehandlungen bei über 90 %; und auch bei erneut notwendigen Behandlungen nach erfolglosen Vorbehandlungen bei noch über 75 %.

Die Erfahrung zeigt, dass Knochenentzündungen im Wurzelspitzenbereich, so genannte apikale Ostitiden, im Laufe eines halben Jahres mit Hilfe dieser Technik zumeist vollständig abheilten und der entzündliche Prozess im Knochen gestoppt werden konnte. Auch sind somit operative Wurzelspitzenresektionen (WSR) in den meisten Fällen unnötig.

Diese Art der Wurzelkanalbehandlung ist nur in Teilen über die gesetzliche Krankenversicherung abzurechnen. Einige Schritte (OPMI, elektrometrische Längenbestimmung, ultraschallaktivierte Reinigung) sind nur als gesonderte Wunschleistungen zu erbringen.